Eröffnung der Fotoausstellung „Mit Augenmaß“ - Meisterwerke der Architektur im Jemen

Donnerstag, 12. Juli 2018, 18:00 Uhr

 

 

2_Dar-al-Hajar_C1_1000x1500-RS.jpg

Dar al-Hajar, Sommerpalast. Wadi Dhar © T. Marchand

Liebe Freundinnen und Freunde des Museums für Islamische Kunst,

wir möchten Sie herzlich zur Ausstellungseröffnung „Mit Augenmaß“ - Meisterwerke der Architektur im Jemen (13.7.-14.10.2018) in den Mschatta-Saal im Museum für Islamische Kunst einladen.

Begrüßung

Prof. Dr. St. Weber, Direktor, Museum für Islamische Kunst

PD Dr. U. Franke, stellv. Direktorin, Museum für Islamische Kunst

Einführung

Dr. B. Schwepke, Gingko Verlag

Prof. em. Dr. T. Marchand, SOAS, University of London

Zeit: 12.07.2018, Einlass ab 17:30 Uhr, Beginn 18:00 Uhr

Ort: Mschatta-Saal, Museum für Islamische Kunst

Eine Anmeldung ist erforderlich unter isl@smb.spk-berlin.de

​​​​​​​Im Anschluss ein kleiner Empfang

Architektur gehört zu den spektakulärsten kulturellen Errungenschaften des Jemen. Lange vor dem sagenhaften Reich der Königin von Saba entwickelte sich im Einklang mit den landschaftlichen Gegebenheiten und klimatischen Herausforderungen eine atemberaubende Vielfalt traditioneller Baustile. Ihre Markenzeichen sind mächtige Festungen, Turmhäuser und strategisch auf Bergspitzen gelegene Dörfer. Sie sind verbunden durch schwindelerregende Pfade; ausgeklügelte Kanalsysteme versorgen sie und die steilen Terrassenfelder an den Gebirgshängen mit Wasser. Generationen von hochspezialisierten Maurern, Tischlern und anderen Handwerkern errichten mit ausgeklügelten Techniken und lokal verfügbaren Materialien einzigartige Bauensembles. Mit Augenmaß gebaut rufen ihre Dimensionen und perfekten Proportionen bis heute Staunen und Bewunderung hervor. Für den Baumeister sind es „buildings that fill my eye“.

Die Ausstellung zeigt architektonische Meisterwerke in verschiedenen Landschaften Südarabiens. Zugleich weist sie auf die Bedrohung dieses Kulturerbes durch den seit 2015 im Land anhaltenden Bürgerkrieg hin. Neben der menschlichen Tragödie sind herausragende archäologische Fundstätten, Museen und historische Monumente betroffen. Die drei UNESCO Weltkulturerbestätten des Jemen, die Altstädte von Shibam, Sana’a und Zabid, sind heute als bedroht eingestuft, zahlreiche andere Plätze sind beschädigt. Ein Ende der politischen Auseinandersetzungen ist nicht absehbar. Die Ausstellung zeigt auch diese Problematik. Jenseits der öffentlichen Wahrnehmung und ohne den Schutz der internationalen Gemeinschaft geht dieses Kulturerbe unwiederbringlich verloren.

Die Fotos von Trevor Marchand, Architekt und Anthropologe, entstanden zwischen 1990 und 1998 während seiner 13-monatigen Lehrzeit bei jemenitischen Minarett-Baumeistern. Sie zeigen die Architektur im Dialog mit der Landschaft, vom Roten Meer über das Hochland und die Wüste bis zum Indischen Ozean und Wadi Hadramaut. Diese Bilder werden durch historische Aufnahmen ergänzt, die meisten aufgenommen um 1900 von dem Forscher Hermann Burchardt.

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Kommen!

Mit herzlichen Grüßen

Der Vorstand

Nedal Daghestani    Peter Heine    Sophie Reinhardt    Katja Şıdım    Cornelia Weber    Stefan Weber